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  • Susanne

Mikroorganismen in Eigenproduktion

Aktualisiert: 31. März

Seid ihr schon einmal über den Begriff "effektive Mikroorganismen" (kurz: EM) gestolpert? Sie sind beim nachhaltigen Gärtnern und in der Permakultur der letzte Schrei. Sie helfen dabei, organische Materie zu zersetzen und sie als Nährstoffe für Pflanzen verfügbar zu machen. EM sind wichtig, aber leider auch kein Allheilmittel. Damit sie wirken können, muss man zusätzlich auch Biomasse einbringen, welche sie verarbeiten können. Wer jedoch auf mineralische (also künstlich hergestellte) Dünger verzichten möchte, kann mit effektiven Mikroorganismen seinen Boden verbessern und so langfristig eine gesunde Basis für seine Anpflanzungen schaffen.


Effektive Mikroorganismen kann man in vielen Onlineshops kaufen, aber wer will, kann sie auch selbst herstellen. Denn im Grunde handelt es sich dabei um nichts anderes als eine Mischung aus verschiedenen Hefen, Pilzen und Bakterien, wie sie auch in jedem gesunden Waldboden vorkommen. Am besten sucht man Mikroorganismen also auch genau dort: Im Wald, und zwar in den dunkeln und schattigen Ecken, wo sich die Feuchtigkeit dauerhaft hält, unter dichtem Laub und vermoderten Ästen. Die oberste Laubschicht beiseitegeschoben, sieht man mit bloßem Auge, wo die Mikroorganismen schon ihre Arbeit verrichten, aber auch ein Geruchstest kann helfen. Es riecht ein bisschen modrig und so richtig nach Wald. Für mich ist die Suche ein bisschen wie Pilze sammeln: Habe ich eine gute Stelle gefunden, sehe ich schon die nächste und kann gar nicht mehr aufhören. Mein Eimer ist erst lange leer und dann schneller voll, als ich gucken kann.


Die Grundlage für meine Produktion ist also schon einmal geschaffen. Eigentlich stellt man EM aber gar nicht her, man vermehrt sie. Dafür brauchen sie Nahrung, Feuchtigkeit und Wärme. Eines bekommt ihnen allerdings nicht: Sauerstoff. Meine Mikroorganismen züchte ich in einem einfachen Eimer. Meine "Ernte" vermenge ich mit Zuckerrohrmelasse, gemahlenem Reis und ein bisschen Wasser. Alles muss gut festgedrückt werden, damit möglichst keine Luftblasen in der Masse bleiben. Und damit sich dann auch nur die "guten" Helferlein vermehren, muss der Eimer am Schluss noch luftdicht verschlossen werden. Mit Sauerstoff könnten sich Fäulnisbakterien entwickeln, die ich meinen Pflanzen nicht antun möchte.

In drei Wochen kann ich mein Ergebnis begutachten. Wenn alles gut läuft, riecht der Inhalt meines Eimers dann intensiv nach Wald und auch ein bisschen nach Zuckerrohr. Oben sollte sich eine weiße Schicht gebildet haben. Dann kann ich die Mikroorganismen "aktivieren", das heißt mit Wasser vermischen. Diese Flüssigkeit sind die "effektiven oder aktivierten Mikroorganismen", die auf Pflanzen und den Boden gespritzt werden, wo sie dann ihre Arbeit verrichten können. Damit sie genug zu futtern haben, häufe ich Rasenschnitt, Laub oder abgeschnittene Bananenblätter rund um die Kakaobäumchen an. Auf diese Weise verbessern die (fast) unsichtbaren Helfer peu a peu den Boden in unserem Kakaowald.

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