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Gemeinsam sind wir stark

Mit unserem Kakaowald in Nicaragua setzen wir ein Herzensprojekt um. Wir wollen nicht nur ein Stück Natur schützen, sondern gleichzeitig Zukunftsperspektiven für Menschen in unserer Umgebung schaffen. Unterstützt werden wir dabei von Familie und Freunden – aus unserer alten und neuen Heimat.

Susanne – vom Kapitalmarkt in den Dschungel

Rückblickend betrachtet hätte es Arbeitsamt mit der Berufsempfehlung nach meinem Abitur nicht besser treffen können. Biologie oder Sozialarbeiterin sollte ich werden. Stattdessen studierte ich BWL und ging an den Finanzmarkt.


Mit 34 Jahren zog es mich hinaus in die weite Welt, mit damals ungeahnten Folgen: Auf meinen Reisen zogen mich die Lebensfreude und Herzlichkeit der Zentralamerikaner in ihren Bann. Ich entdeckte meine Liebe zum Kakao und zu den vor Flora und Fauna überbordenden Wäldern und Dschungeln Mittelamerikas. Zusammen mit Einwanderern und indigenen Völkern arbeitete ich auf verschiedenen Kakaoplantagen und fand schließlich eine zweite Familie in Nicaragua.

 

Kurzentschlossen kaufte ich ein Stück Land am abgelegenen Rio San Juan, um dort Kakao zu pflanzen. Daraus ist nun eine nachhaltige Farm geworden, die ich mit meinem Mann Julio immer weiter ausbaue, um uns und die Menschen in der Region mit Nahrung zu versorgen und fair bezahlte Arbeit zu schaffen. Statt Finanzen siegen es am Ende dann doch das Interesse an Biologie und der Arbeit mit Menschen.

Susanne mit ihrer Ausrüstung auf der Kakaoplantage

Ich, Susanne, auf dem Weg zur Kakao-Plantage

Julio – Nicaragua meets Germany

Julio füllt den fertigen Bokashi-Kompost in Säcke ab

Julio packt zu, wo immer es nötig ist.

Als waschechter Nicaraguaner ist mein Mann Julio harte Arbeit gewohnt. Mit 13 Jahren hat er die Schule verlassen, weil er keine Perspektiven in einer besseren Bildung sah. Stattdessen ging er nach Costa Rica, um dort sein Auskommen zu verdienen. Vom Tagelöhner auf einer Kaffeeplantage hat er sich bis zum Vorarbeiter bei Heizung, Klima und Sanitär hochgearbeitet und konnte sich mit seinem Gehalt eine eigene Finca und eine kleine Viehzucht in Nicaragua aufbauen. Heute ist er wieder zurück in seiner Heimat und kümmert sich mit mir um Garten, Kakaoplantage und die Finca.

Mit der Zeit hat sich Julios Sicht auf viele Dinge geändert. Für "Nicaraguanische Verhältnisse" ist er zum echten Ordnungsfanatiker geworden. Die Wege auf unserer Anlage, ein ordentlicher Geräteschuppen – seine Idee! Auch die Natur liegt Julio jetzt mehr am Herzen. Wo immer er kann staubt er Samen, Stecklinge oder Pflanzen für unseren Garten und den Kakaowald ab. Von der Idee eines botanischen Gartens war er sofort hellauf begeistert. Und die 10 Hektar Wald auf seiner Finca will er mittlerweile auch lieber schützen, statt sie gewinnbringend abzuholzen. 

Don Cristóbal – Treue Seele im Kakaowald

Einen zuverlässigen, fleißigen Arbeiter zu finden, der uns auf unserer Farm unterstützt, war gar nicht so einfach. Erfreulicherweise sind wir nach einigen Fehlschlägen auf Don Cristóbal gestoßen, ein wahrer Glücksgriff. Er hat ein natürliches Verständnis für die die Zusammenhänge der Natur und die Vorzüge eines artenreichen Ökosystems und hat mit uns viel über Kakaoanbau oder die Herstellung von Kompost und natürlichen Insektiziden gelernt. Auch von seinen handwerklichen Fähigkeiten haben wir schon bei vielen Vorhaben – sei es dem Bau eines Hühnerstalls, von Brücken oder eines Unterstandes für unsere Wurmfarm – profitiert. Für uns ist er mittlerweile zu einem Teil der Familie geworden und auch sein Stiefsohn Daniel findet hier ab und an ein einträgliches Auskommen.

Don Cristobal pflanzt Kakaobäume

Don Cristóbal hat immer etwas zu tun

Yorleni – Kreative Ordnungshüterin

Yorleni memalt einen Bilderrahmen

Ohne sie wäre es schwer, den Überblick zu behalten. Denn nur dank der Namensschilder, die Yorleni für eure Bäumchen gestaltet, können wir diese problemlos in der natürlichen Wildnis des Waldes wiederfinden und ihren Besitzern jederzeit zuordnen. Yorleni schmückt nicht nur die Namen unserer Bäumchen kunstvoll mit einheimischer Flora und Fauna wie Helikonien, Kolibris und Schmetterlingen. Sie betreibt in "El Castillo" einen kleinen Souvenirladen, wo sie ihre lebensfrohen Kunstwerke und handgemachte Urlaubsandenken verkauft.

Künstlerin Yorleni bei der Arbeit

Familie und Freunde – Unterstützung aus aller Welt

In Nicaragua habe ich bei den Menschen, die mich bei meiner Ankunft aufgenommen haben, eine zweite Familie gefunden. Bei Doña Tina und ihrer Familie aus dem Dorf durfte ich ein und aus gehen, als wäre ich ihre eigene Tochter. Fran hatte immer ein Essen für mich auf dem Herd, wenn die Arbeit auf der Plantage mal wieder kräftezehrend war. Jairo hatte als Kakaoexperte immer einen Ratschlag parat, wenn es um die beste Zeit zum Pflanzen oder den besten Kompost geht. Und sein Bruder Marvin, Besitzer der Grand River Lodge, bot mir lange Zeit kostengünstige Unterkunft in einer seiner Cabañas. Nachdem ich meinen Mann Julio kennengelernt habe, kümmern sich nun auch meine Schwiegermutter Juliana und meine Schwägerin Chila rührend um mich. Juliana kennt sich bestens mit Kakao aus und teilt auch gerne ihr traditionelles Wissen über Medizin- oder andere Nutzpflanzen mit mir. Obwohl die Menschen hier so wenig besitzen, haben sie doch so viel zu geben. Alle sind mit den örtlichen Gegebenheiten bestens vertraut, scheinen mit ganz Nicaragua bekannt und haben immer eine Lösung in petto – auch wenn die manchmal "abwarten" heißt.

Und natürlich sind da Familie und Freunde in Deutschland. Ohne ihren Rückhalt stünden wir jetzt nicht dort, wo wir sind. Alleine in ein fremdes Land geht man nur mit der Sicherheit, jederzeit zurückkehren zu können und aufgefangen zu werden – komme was wolle. Auch meine Nachbarn und Berufskollegen waren von Anfang an engagiert dabei und haben fleißig Spenden für die Dorfschule und die Vorbereitung der Kakaoplantage gesammelt. Viele von ihnen sind außerdem Kakaopaten und unterstützen regelmäßig unsere Arbeit. Mit ihrem Interesse, ihrer Begeisterung und Unterstützung tragen sie immer noch viel zur Umsetzung unseres Projektes bei.

Danke für eure Unterstützung!

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