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  • Susanne

"Bokashi" - kein Sushi sondern Kompost

Aktualisiert: 15. Aug 2019

Die Pflanzzeit naht und es ist an der Zeit, sich um organischen Dünger zu kümmern. Schließlich wollen die Kakaobäumchen auch an ihrem endgültigen Bestimmungsort gut mit Nährstoffen versorgt sein. Eine sehr effektive Methode ist der so genannte Bokashi, meint mein Lieblings-Kakaospezialist Jairo. Gelesen habe ich davon natürlich, an dieser grundlegenden Permakultur-Technik kommt man als Freund der Nachhaltigkeit kaum vorbei.

Nun geht es also an die Umsetzung, Jairo verrät mir mal schnell das Rezept:


12 Säcke Erde

12 Säcke kleingehäckselte Bananenstauden

12 Säcke getrockneter Kuhmist

4 Säcke feingestampfte Kohle

4 Säcke zerkleinerte, getrocknete Blätter

1 Sack Holzasche

1 Eimer Melasse

2 Pfund Trockenhefe


Das ist mal ´ne Hausnummer... Die meisten Zutaten haben wir hier vor Ort, ein paar Wochen sammle ich an allen Feuerstellen die Asche ein, harke und zerrupfe Blätter und befülle auf der Weide Säcke mit Kuhmist. Es ist eine elende Schlepperei, der 15-minütige Fußmarsch zur Plantage wird, schwer bepackt und bei 30 Grad im Schatten, zur kleinen Tortur. Was so einfach erscheint, ist hier eine kleine Herausforderung. Woher die Kohle bekommen, die Melasse und 1 Kilo Hefe?! Wie durch ein Wunder taucht irgendwann Don Juan aus dem Nachbarort auf und erzählt beiläufig, dass er gerade Kohle macht und die verkauft. Perfekt! Die Hefe bestelle ich in der zwei Stunden entfernten Bäckerei, wegen der spärlichen Busverbindungen ist das eine Tagesreise. Die Melasse kann ich nicht auftreiben, also löse ich einfach jede Menge Rohrzucker in Wasser auf. Man muss eben erfinderisch sein in Nicaragua!


Meine treuen Arbeiter Chontales und Daniel helfen mir, die Bananenstauden vom Nachbarn heranzuschleppen und kleinzuschnipseln, dann schichten wir gemeinsam den Kompost auf. Aber Etwas fehlt noch für den Erfolg... 20 Eimer Wasser schluckt der Kompost. Wie gesagt: Es sind 15 Minuten Fußmarsch in eine Richtung, und das für jeden einzelnen Eimer... Auf dem Kopf getragen ist so ein Wassereimer übrigens ein wunderbares Training für einen geraden Rücken. Irgendwann kann der Kompost endlich abgedeckt werden. Aber er ruht nur zwei Tage lang, danach muss er einmal täglich umgewälzt werden. Einmal hin und einmal zurück. 8 Tage lang. Ist auch ein wunderbares Workout für den ganzen Körper. Während ich schwitze, haben Zwei aber immer ihren Spaß: meine treuen tierischen Begleiter Lucy und Dollar.


Nach 8 Tagen ist der Fermentationsprozess schon abgeschlossen und der Kompost kann zum Abkühlen ausgebreitet werden und ruht weitere acht Tage lang. Eine Wohltat für meine müden Muskeln. Nun nur noch in Säcke abfüllen und bis zum endgültigen Einsatz gut im Wald verstecken, fertig ist der Zaubertrank für meine 600 Pflanzen. Aber ich bin sicher, dass sich der Aufwand lohnt! :-)




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